ausgerechnet Julian Assange, ausgerechnet er, mit so einem langen weißen Bart, als er die Botschaft verlässt, die doch sein Zufluchtsort war für so lange. Hatte er etwa mit dem, was heute passierte, gerechnet?

Insbesondere dieses Detail an seinem Auftritt, dem des einstigen „Strippenziehers“, verwunderte mich doch sehr… wie konnte das sein? wie konnte er *so* aussehen?

Ausgerechnet Assange, ausgerechnet der, der lange Zeit als der selbstbewusste Good-Looker der Whistleblower-Szene galt.
Was war passiert? Und was schreibe ich hier überhaupt?

Beide Fragen treffen sich ein bisschen in dem Versuch einer Antwort.

Assange, der einst mit Manning aufdeckte, was heute halt einfach jeder weiß: Prism. Die NSA durchleuchtet im Auftrag ihrer Regierung sämtlichen Datenverkehr. Heute wissen wir das alle, damals war das ein riesen Skandal. Assange, ein bisschen sind wir ihm bis heute dankbar dafür, dass wir das jetzt wissen. Aber wir wissen es ja jetzt. Wer braucht heute noch Assange.

Der Versuch, eine Antwort hat viel zu tun mit einem Moment: Zeit. Es ist sehr viel Zeit vergangen. Mindestens sieben Jahre ist es her, da haben Manning und er sich um Kopf und Kragen geleakt, die eine ging in den Knast, der andere knastete sich selbst in einer Botschaft ein. Wow, wen interessiert das heute noch, wie? Ja, hey, hallo, Julian Assange, war mal ein Mann wie ein Wald. Oder eine CO2-Bilanz, oder eine europäische Desintegration. Wen interessiert heute Julian Assange?

Als Julian Assange vor sieben(?) Jahren in die Botschaft Ecuadors in London floh, war das kein Nebensatz, sondern großes Politikum und eine Schlagzeile, die alle Menschen in der westlichen Welt in großen Aufruhr versetzte. Aber warum war das so? Und warum ist dieser Mann heute zwar eine Schlagzeile, aber keinen Aufschrei mehr wert?

He had it coming.

Dieser Blogbeitrag ist schon viel zu lang und vor allem soll er eines ausdrücken: Meine Meinung. Insofern, hier bitte: Antwort 1 lautet, er hat es kommen sehen.

Sieben Jahre in einer sehr kleinen Botschaft, in einem kleinen Zimmer, mit einem kleinen Balkon. Wie wir heute erfahren, mit einem Bad, das er wohl in keinem guten Zustand hinterlassen hat.

Ein Mensch, der einst, die Welt darüber aufklärte, dass Big Brother schon längst zum Leben erwacht ist, dass Regierungen im Westen nicht mehr an ihren Souverän glaubten. Gemeinsam mit Chelsea hat Julian eine Schockwelle ausgelöst, die unsere Demokratien verändert hat, zum Glück:

Der NSU-Prozess, ein jahrelang ausgearbeiteter Mueller Report, heftige Debatten im britischen Unterhaus zum sog. Brexit, ein offener, konfrontativer Umgang im Bundestag mit der Fraktion der sog. AFD, sie alle wären sicher ohne Assange und Manning so nicht möglich geworden.

Assange hat den Diskurs geöffnet. Politiker sehen sich selbstverständlicher wieder in der Verantwortung ihren Wählern gegenüber, Wähler, die immerhin den Souverän bilden in unserer geliebten Demokratie. Das scheint heute so platt und selbstverständlich. In der Zeit von Assange war es das nicht.

Die Zeit von Assange scheint aber, vorbei zu sein. Daher wächst ihm ein Bart. Ihm, dem Menschen. Dem Menschen, der bei all dem nun unter die Räder gerät.

No need for Assange.

Ohnehin sind heute andere Fragen von akutem Interesse. Mein Land und Frau Dr. Merkel haben gerade so überlebt, dass angesichts eines großen Flüchtlingsstroms (lol, sorry, jk), dass es sich heimzahlt, wenn Europa auf Kosten ganzer Länder und Kontinente Gewinnoptimierung betreibt. Abgesehen davon haben nun leider auch die BLÖKEN erkannt, dass es mit unserer Welt ziemlich zielsicher Richtung Abgrund geht (und das nicht erst in 100 oder 20 Jahren).

Manning und Assange haben uns aufgeklärt. Wir brauchen sie beide nicht mehr. Chelsea Manning bekommt heute, Haft abgesessen, zur Hälfte Berichte aufgrund ihres guten Aussehens. Was eine süße Welt… einige jugendliche Transsexuelle würden sich über so viel „gut gemeinten“ Zuspruch freuen, Manning würde sich sicher freuen, wenn man sie weiter als IT-Sicherheitsexpertin befragen würde und nicht als „tolles Beispiel“…

Aber wir wissen jetzt halt Bescheid. Manning, Assange, Snowden. Wer braucht die noch? Und ja, Edward Snowden, als selbsternannten Politikkommentator brauch ich wirklich auch nicht. Aber Manning und Assange haben uns damals etwas mitgeteilt, was wir bis dahin nicht wussten. Was wir seitdem wissen. Was zwischendrin unser ganzes Weltbild verändert hat.

Einer der Whistleblower, die den Cum-Ex-Skandal aufdeckten, wurde just gestern in der Schweiz zu einer sechsstelligen Geldstrafe verurteilt.

Wir brauchen keine Mannings und Assanges mehr. Wir wissen es ja alles bereits. Aber ist das so?

 

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bubu :) Ablage…

7. August 2010

Love won’t ever make anyone unhappy.

Hysterisches Kleinkind, das sich auf der Stelle in etwas oder jemanden verlieben kann und alles soooooo süß findet? Hehe, ich bin noch viel schlimmer als das. =) Die meisten Tränen vergieße ich aus Freude. 😉

Und dann kam er doch tatsächlich her und meinte, wir müssten gar nicht so auf harte Männer tun, er wüsste doch, dass das auch nur unser Südländer-Image wäre und dass wir doch in Wirklichkeit auch nur treue, liebenswerte Menschen seien, die sehnsüchtig auf den Richtigen warteten. So ein Spinner, ey, alda, ich sags dir!

„keine Sperenzchen, kein Getue, keinen Schein, nur ein Herz und ein Verstand… …“
puh, klingt aber doch leicht negativ, wenn das da so steht xD

— Hey, it’s not my fault, that I fell in love with you. =)

… wird man mittlerweile per Google gegengecheckt.

Am 3. März vermeldet meine Website-Statistik (jaja, Google Analytics, na gut ^^) folgenden ISP:
losch airport service gmbh
Das Datum passt ziemlich gut in den Zeitraum, als ich meinen Flug gebucht habe. Abflugort STR, ratet mal, wer sich da um den Ground Service kümmert. Und womöglich auch noch um die nachhaltige Errichtung eines sicheren Betriebs durch vorheriges Googeln der Fluggäste…

Alles muss raus

24. Januar 2010

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Liebe und Hedonismus

24. Januar 2010

Liebe in ihrer Beschaffenheit ist hedonistisch und nicht mehr oder weniger als das. Sie ist eine Erfindung der höheren Autorität, Menschen glücklich zu machen. Ein einzig und allein diesem Zweck verantwortliches Hochgefühl.

Optimierung als dauerhaftes Ziel im Hedonismus

Gehen wir von einem weniger materialistischen, eher epikuräischen Lustbegriff aus, so soll Liebe exakt nur der Befriedigung dieser Lust dienen. Geht die Liebe einseitig verloren, so gebietet es das hedonistische Optimierungsdiktat, eine aus dieser Liebe ergründete Beziehung zu beenden. Andernfalls wird auch beiderseitig die Liebe verloren gehen und zwar immer einhergehend mit einem Verlust ihrer Daseinserechtigung, der Schaffung von Glück.

Demhingegen sind Beziehungstherapie und ähnliche Versuche, eine Beziehung zu retten, aber deshalb nicht abzulehnen, da sie aus der beiderseitigen Einschätzung entstehen, dass die Liebe eben nicht verloren, sondern lediglich durch äußere Umstände gefährdet ist. Dies bedeutet also den beiderseitigen Wunsch, lediglich die Rahmenbedingungen zu verändern vor dem Kontext noch immer existierender Liebe.

Rahmenbedingungen – oder der Weg zur perfekten Beziehung

Die in einer Beziehung gewählten bzw. etablierten Rahmenbedingungen sind niemals Gratmesser für die Verweildauer der Liebe. Noch so schlechte Beziehungen funktionieren, einfach nur aus dem Vorhandensein der Liebe heraus. Mit zunehmendem Perfektionsgrad der Rahmenbedingungen nimmt lediglich der Grad an Aufmerksamkeit und Neid der Umwelt für die Beziehung zu – und deren Unverständnis im Falle einer Trennung. Mit Verlaub, zu perfekten Rahmenbedingungen einer Beziehung gehört womöglich auch die hürdenlose Möglichkeit, sich im Fall des Liebesverlustes nach eingehenden Gesprächen einvernehmlich zu trennen und dabei nur die notwendigsten Unnanehmlichkeiten in Kauf zu müssen, ohne Angst vor Rache oder Verwerfung.

Liebe als unfassbares Konstrukt – ein biochemischer Erklärungsversuch

Liebe kommt also und geht, unabhängig von Rahmenbedingungen, ist nicht prognostizierbar, planbar oder therapierbar. Genauso unfassbar wie das Gefühl ihrer Ankunft sind somit die Gründe für ihr Verlassen. Was sind dann aber die Gesetzmäßigkeiten, denen Liebe unterliegt? Serotonin und Dopamin. Die naturwissenschaftliche Kühlheit dieser Aussage wird jedoch durch die Tatsache abgeschwächt, dass das menschliche Gehirn wohl in der Lage ist, deren Ausschüttung aufgrund einer schier endlosen Verkettung von Nervenimpulsen selbst zu regulieren. Die Existenz von Liebe ist dennoch wenig zu steuern oder auch nur zu ergründen, da in den seltensten Fällen vernünftig greifbare, geschweigedenn reproduzierbare Bewertungsprozesse zur Ausschüttung von Serotonin und Dopamin führen.

Sind, grob umschrieben, Gefühle der Geborgenheit und Begeisterung für eine Person erst etabliert, so können kleinste Selbsterkenntnis oder Veränderung im eigenen Bezugsrahmen eine über Sekunden oder Monate dauernde Kettenreaktion der Neubewertung nach sich ziehen und schließlich im Abfall des Serotonin- oder Dopaminspiegels führen. Beispielsweise kann dann ein stark abgesenkter Dopaminspiegel in Situationen innerhalb und ein stark erhöhter in Situationen außerhalb der Beziehung zu einer Neubewertung führen, nach der ein Abfall des Serotoninspiegels gern in Kauf genommen werden darf.

Konsequenzen für Glück und Unglück nicht mehr Liebender

Liebe ist somit Zustand und nicht Quest. Und existiert nur mit dem einzigen Ziel, den sie erlebenden Menschen nachhaltig glücklich zu machen. Nach ihrem Verlust ist das Gebot der Stunde, jedoch weder sich zu distanzieren noch als Noch-Liebender nachzutrauern oder zu versuchen. Die Tatsache, dass die Liebe anwesend war, ist Grundlage für nachhaltiges Glückempfinden, in dem Wissen, dass Liebe existiert und einem selbst widerfährt. Erstrebenswert für ehemalige Paare kann es also durchaus sein, sein Glück durch weiteren Kontakt zu steigern. Entweder, um aus den Rahmenbedingungen und der restlichen emotionalen Lage eine Freundschaft zum Glück beider zu gründen. Oder nur um als einzige Eingeweihte sich auch in Jahren noch ins Gedächtnis zu rufen: „Aber es war“.