Kam grade zitternd von draußen. Die Jahreszeit konnte mich noch immer nicht von ihrer Harmlosigkeit überzeugen. Noch viel weniger, wenn ich an Wintersport denke und an die Orte, an denen man dem für gewöhnlich nachgeht. Immerhin mache ich das ja seit Beginn des Jahres mit, die Ängste vor dem sicheren Tod im isolierten Bergdorf dürften mich dennoch eine Weile noch begleiten.

Während der Schnee das abgelegene Dorf am Fuße von Feldberg oder Zugspitze ein Vielfaches weiter von der rettenden Zivilisation wegrückt, hellt er hierzulande die kalte und dunkle Jahreszeit im wörtlichen Sinn auf. Schnee fällt vom Himmel und die Stadt, sie leuchtet! Denn noch viel besser als die gelegentlich auch von unten wahrnehmbare Dunstglocke über Stuttgart reflektieren die Flöckchen, die im Moment zu Abertausenden vom Himmel rieseln, den fast genau so zahlreich vorhandenen Lichterzirkus.

Um die sonstwo negative Wirkung des weihnachtlichen Gepuders hat sich die Stadt auch bereits bestens gekümmert: Das von den Bewohnern geschaffene Grundklima lässt den Schnee auf den Straßen nicht unbedingt lange zur Ruhe kommen, der ausreichend vorhandene Winterdienst tut seinen Rest dazu. Dass Niederschläge zur totalen Abschottung führen könnten, damit muss hier so schnell niemand wirklich rechnen. Als Ergänzung empfiehlt sich dann noch ein Kraftwerk in der Nähe, denn neben dem elektrischen Licht, dass hier dank des Schnees die Nacht zum Tag macht, wäre es ohne die nette Fernwärme im Moment doch zu ungemütlich, das niederzuschreiben.

Stuttgarter Stäffele

15. Mai 2007

Die City am Nesenbach, das im Volksmund wohl bekannteste Wahrzeichen der baden-württembergischen Landeshauptstadt sind ihre Treppenstufen. Deren ungeheuerliche Vielzahl ergibt sich aus zwei Umständen. Zum einen ist Stuttgart keineswegs eben sondern liegt in einem Kessel, wobei es sich darin von Heilbronn nicht groß unterscheidet. Nur dass die Ränder dieses Kessels und auch die Gebiete darüberhinaus noch bebaut sind, wodurch vielerorts Treppen notwendig sind. Zum anderen hat der gemeine Schwabe gern seinen eigenen Treppenzugang zu seinem beschaulichen Heim (mai hom isch mai kaasel), was dann auch die Redundanz der einen oder anderen Treppe erklären dürfte.

Diese Stäffele jedenfalls scheinen für jede Jahreszeit etwas zu bieten zu haben. Den Rest des Beitrags lesen »

Der gemeine Kult-urkritiker

3. Februar 2007

Ein fast normaler Mittwochabend in Stuttgart-Mitte. „Die haben einfach keinen Style“, hört man von einem Kritiker, der es immerhin geschafft hat, sich im Style konsequent den restlichen ca. 25% der Studenten anzuschließen, die so wahnsinnig alternativ sind.
Den Rest des Beitrags lesen »